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Krankenhausabwässer sind besonders problematisch

Die Kombination Krankenhaus - zentrales Durchfluss-Konzept ist seuchenhygienisch ein Offenbarungseid

Es gibt ein geflügeltes Wort in Krankenhäusern: "The doctor's last bullet". Damit sind Antibiotika gemeint, die nur bei lebensbedrohenden Infektionen mit Krankheitserregern, die bereits gegen alle anderen Antibiotika resistent sind, verabreicht werden. Damit können also todgeweihte Menschen dem Tode entrissen werden.

Es gibt eine Freiburger Studie, die Besorgniserregendes offenbart. In einem Krankenhaus wurde ein solches Antibiotikum verabreicht. Im Körper des Patienten haben Bakterien ein sog. Resistenzplasmid entwickelt. Das sind kleine, ringförmige DNA Moleküle, auf denen Proteine codiert sind, die in der Lage sind, das Antibiotikum zu zerstören: Diese Bakterien sind resistent; bei ihnen wirkt das Antibiotikum nicht mehr. Die Gefahr ist nun, dass Bakterien dieses Resistenzplasmid kopieren und an andere Bakterien weitergeben können - wie auf einer Tauschbörse.

Krankenhäuser können aber über die gleiche, vorstehend beschriebene hydraulische Verbindung auch mit unseren Wasserhähnen verbunden sein. Und eben über diese Strecke haben die Freiburger Forscher das Resistenzplasmid verfolgt: Von der Toilette über den Kanal in die Kläranlage. Da Abwasser mit Hilfe von Bakterien gereinigt wird, wirkt eine Kläranlage für Resistenzplasmide wie ein gigantischer Umsteigebahnhof.

Von dort aus konnte das Plasmid im Fluss, im Uferfiltrat, in der Trinkwasseraufbereitungsanlage bis hin zu den harmlosen Wasserbakterien im Wasserhahn nachgewiesen werden: Es hatte sich im ganzen Trinkwassereinzugsgebiet verbreitet. Mit dem Leitungswasser nehmen wir auch diese nun nicht mehr ganz so harmlosen Wasserbakterien auf - und damit das Resistenzplasmid. Sollten diese Menschen mal mit einer schweren Infektion dieses Antibiotikum verabreicht bekommen, würde es ihr Leben nicht mehr retten können.



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