Systemfehler lassen sich nicht zu 100% beheben
Bei starken Regenfällen kommt es immer wieder vor, dass die
Kanalisationen die Wassermengen nicht mehr transportieren können. Dann muss das
unbehandelte Abwasser mit rohen Fäkalien und Krankheitserregern in die freie
Natur abgelassen werden. Auch die Kläranlagen können diese Wassermengen nicht
mehr behandeln: Auch hier werden Krankheitserreger ausgeschwemmt.
Als ingenieurtechnische Problemlösung baute man "Mischwasser
Rückhaltebecken" (Mischwasser ist ein Gemisch aus Regen- und Abwasser), um
ein Auslaufen der braunen Flut zu verhindern. Aber auch die sind den enormen
Fluten von Starkregen-Ereignissen nicht gewachsen, wie man immer wieder hört:
Hochwasser in Ostdeutschland 2002, letztes Bodenseehochwasser, etc.
Die Trinkwasserversorgung in Deutschland ist mit die beste der Welt. Dank
unserer hervorragenden technischen Infrastruktur und des intensiven Wasser-Monitorings
ist unser Leitungswasser oft von besserer Qualität, als Mineralwasser in
Flaschen. Doch in den meisten anderen Ländern, die nicht über eine solche
Infrastruktur verfügen, stellt das zentrale Durchfluss-Konzept eine echte
Bedrohung dar. Weltweit sterben ca. 5 Millionen Menschen - vornehmlich Kinder -
an den so genannten "wasserbürtigen Krankheiten". Das sind zumeist
Durchfallerkrankungen, die durch fäkalbelastetes Trinkwasser hervorgerufen
werden.
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